Mit Erzieherin Margit Cremer im Gespräch - „Was bleibt, ist der Geschmack von Plätzchenteig“
Quirlige Kinder, die vor Vorfreude fast platzen – Advent in der Kita ist wohl eher keine besinnliche Zeit?
Frau Cremer: Es ist schon eher eine lebendige Zeit: Nicht zuletzt durch die Reizüberflutung überall, die Kinder meist überfordert. Viel lieber erfahren Kinder ihre Welt mit ihren Sinnen. Insofern ist Advent auch in der Kita eine besinnliche Zeit. Man muss die Kinder nur ein wenig anregen.
Wie kann das aussehen?
Advent ist eine wunderbare Zeit der Sinne: Man kann an Tannenzweigen und Orangen riechen, Geschichten hören, Lieder singen, Strohsterne basteln, Kränze binden, Kekse backen und essen… Gerade in der Vorweihnachtszeit haben wir so reiche Traditionen. Wichtig ist natürlich, nicht alles auf einmal zu tun, sondern sich auf eine Sache zu konzentrieren und mit den Kindern darüber ins Gespräch zu kommen.
Tradition klingt immer etwas angestaubt. Lockt man damit heute noch Kinder hinterm Ofen vor?
Und wie! Kinder lieben es, Geschichten von früher zu hören. Sie sind neugierig darauf, wie Eltern und Großeltern Weihnachten erlebt haben. Mit gemeinsamen Ritualen können sich die Generationen begegnen. Sie geben den Kindern nicht nur Geborgenheit, sondern sie werden sie lebenslang erinnern. Was im Gedächtnis bleibt, sind doch nicht die Geschenke! Bleiben wird der Geschmack von Plätzchenteig, die Erinnerung an die Zeit mit Oma in der Küche oder mit Papa, der bei Kerzenlicht eine besondere Geschichte vorliest.
Wie erklären Sie Advent in der Kita?
Advent kann man nicht erklären! Ich versuche, den Kindern Impulse zu geben und zeige Ihnen, was mir selbst wichtig ist. Zum Beispiel der Kerzenschein: Jeden Morgen zünden wir ein Teelicht mehr an. Die Kinder sehen so, wie es heller und wärmer wird. Oder wir spielen mit Krippenfiguren die biblische Geschichte nach. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr! Das Jesu-Kind liegt erst am 24. Dezember in der Krippe.
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